Mein pädagogisches Konzept
Meine pädagogische Arbeit ist in vielen Bereichen an die Philosophie der Reggio-
Pädagogik angelehnt. So beziehe ich unter anderem das Umfeld, sowohl die Kindertagespflege als auch deren nähere Umgebung, in den Alltag ein, sodass Ihr Kind Weltwissen gewinnen und verfeinern kann. Doch auch Ihr Kind selbst gestaltet unser tägliches Zusammenleben aktiv mit, indem es mit seiner Persönlichkeit und seinen Vorerfahrungen den Tag mit gestaltet.
Mein Bild vom Kind
Ein jedes Kind ist von sich aus dazu motiviert, seine Umwelt zu entdecken und zu erforschen. Im Sinne der Reggio-Pädagogik schafft sich jedes Kind seine Entwicklung, sein Wissen und sein Können selbst, indem es aus eigener Neugier und mit viel Energie seine Fähigkeiten weiter entwickelt.
Das Kind ist ein „Forscher“, der die Welt erkundet um sie zu verstehen und experimentiert hierzu mit allen Sinnen. Jedes Kind weiß am besten, was es gerade braucht und was es gerade lernen und erforschen will.
Meine Aufgabe besteht hierbei darin, seine Umwelt so zu gestalten, dass es immer etwas zu entdecken gibt und bei Vorhaben zu begleiten. Mein Ziel ist es die Kinder zu bestärken und mit ihnen zu forschen.
Aus dieser Sicht des Kindes ergibt sich für mich, dass jedes Kind in meiner Kindertagespflege sich in die Gestaltung unseres gemeinsamen Alltages einbringen kann. Ich biete hierbei die grundlegenden Strukturen wie einen festen Tagesablauf oder einige Regeln, die im Zusammenleben unerlässlich sind, um den Kindern Sicherheit zu bieten und einen klaren Rahmen zu schaffen.
So können die Kinder z.B. bei der Essensplanung mitwirken, Ausflugsziele werden abgesprochen, und vor allem suchen sie sich selber aus, was sie gerade interessiert, womit sie sich im freien Spiel beschäftigen und was sie näher erkunden wollen. Hierbei ist der Prozess des Spielens bedeutsamer, als das eigentliche Ergebnis.
Mein pädagogischer Schwerpunkt
Der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für niedersächsische
Tageseinrichtungen für Kinder beschreibt neun Entwicklungs- und Bildungswege von Kindern unter drei Jahren, die eng miteinander verknüpft sind. Im Sinne des ganzheitlichen Lernens ist es oft schwierig, diese klar zu trennen, zumal alle Bereiche für die Entwicklung Ihres Kindes wichtig sind. Besonderes Augenmerk lege ich hierbeiauf die Bereiche Wahrnehmung sowie Natur und Lebenswelt.
Zudem ist mir ein Aspekt meiner Arbeit eine besondere Herzensangelegenheit: die tiergestützte Pädagogik.
Wahrnehmung
Die Wahrnehmung stellt die Grundlage jedes Lernens dar. Ohne die Eindrücke, die unsere Sinne uns verschaffen, würden keine Informationen in unserem Gehirn ankommen, die wie abspeichern könnten. Sei es das Ertasten von Gegenständen in Form, Größe und Beschaffenheit, das Sehen von Farbe, Form und Bewegungen, der Geruch, der sich uns einprägt und emotional anspricht, oder das Hören von Geräuschen.
Mit der Entwicklung des Kindes entwickeln sich auch dessen Sinne, schaffen neue Möglichkeiten, die räumliche und soziale Umwelt wahrzunehmen - und auch sich selbst. Die Wahrnehmung, nicht nur von Gegenständen, sondern auch dessen, dass das Kind diese beeinflussen kann, verändern sein Selbstbild.
Daher ist es für mich elementar, dass Kinder die Welt selbst begreifen dürfen. Sie sollen Gegenstände mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Sinnen erforschen, um sich ihr Abbild der Welt konstruieren und es stetig erweitern zu können. Sie sollen selbst spüren, wie kalt ein Stein im Schatten und wie warm er in der Sonne werden kann, wie rau sich Baumrinde anfühlt, wie der fließende Wasserhahn klingt oder wie ein Pfefferminzblatt riecht – denn nur indem ich es ihnen erzähle, wissen Sie es nicht.
Hierbei bietet die Natur stets neue Sinneseindrücke, schon bedingt durch den Wechsel der Jahreszeiten mit dem Farbwechsel der Blätter, dem nicht stets ebenen, gepflasterten Untergrund und der Tatsache, dass es immer irgendwo etwas Neues zu entdecken gibt. Daher müssen die Kinder, abseits von Straßen, nicht stets auf dem
Weg bleiben. Im Gegenteil, zusammen erkunden wir einzelne Orte abseits des Weges, solange alle Kinder in meinem Blickfeld bleiben.
Wenn das Wetter und der Boden es ermöglicht, lade ich die Kinder ein, auch mal die Schuhe auszuziehen und den Boden zu erkunden. Wir gehen bei Regen gut eingepackt spazieren und riechen, wie der Wald bei Regen riecht und legen uns bei Sonnenschein mal auf eine Wiese und spüren, wie angenehm die Sonne wärmt.
Natur & Lebenswelt
Schon am Punkt „Wahrnehmung“ sieht man, dass die verschiedenen Bereiche
fließend ineinander übergehen. So stehen für mich gerade Natur und Lebenswelt mit
der Wahrnehmung stark in Verbindung. Im Bereich Natur und Lebenswelt wird darauf
eingegangen, dass Kinder Naturphänomene und Naturgesetze erforschen, um sie zu verstehen. Sie lassen etwas fallen, um zu sehen, wie schnell es fällt oder wie es klingt, wenn der Gegenstand auf dem Boden landet. Sie kippen ein Glas Wasser um, um zu sehen, wie sich das Wasser auf der Oberfläche ausbreitet. Sie sind neugierig, erforschen, wie „die Welt“ funktioniert und wie sie selbst diese beeinflussen können.
Dabei wiederholen sie ihre Versuche immer und immer wieder und verändern sie, um
zu erfahren, was sie wissen möchten.
Die Natur ist hierbei ein wunderbares Forschungsgebiet, da es in vielfältigster Weise zum Experimentieren einlädt. Für Kinder unter drei Jahren stellt schon eine nasse Wiese, ein Laubhaufen oder ein gefundener Ast eine Einladung zum Erkunden dar, der sie mit Eifer, aber auch Faszination und Ausdauer nachgehen.
Hierbei können bereits Säuglinge belebte und unbelebte Dinge unterscheiden
Tiergestützte Pädagogik
Bei meiner Arbeit als Kindertagespflegeperson begleitet mich unser Collie Tayo. Er ist mein Mitarbeiter und Kollege, so stimmungssensibel wie die Kinder es sind, fürsorglich, vorurteilsfrei. Gleichzeitig ist er Freund und Begleiter der Kinder, manchmal vielleicht auch Animateur.
Tiere haben einen ganz speziellen Zugang zu Kindern, und nehmen einen wesentlichen Platz in deren Welt ein. Von Natur aus fühlt sich ein Kind zur Natur und Tieren hingezogen. Die Tiergestützte Pädagogik nutzt diese Wirkung von Tieren in einmaliger, direkter sowie indirekter, Art und Weise, um die Kompetenzen des Kindes in unterschiedlichen Bereichen zu entwickeln und zu stärken.
Tiere stellen eine Bereicherung des Betreuungsalltags dar und stoßen als Impulsgeber für vielfältige Lernprozesse die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes an. Sie sprechen die Sinne des Kindes auf vielfältige Weise an, rufen Emotionen hervor und bewirken die Entwicklung von Achtsamkeit, Mitgefühl & Aufmerksamkeit. Durch das Sprechen über das Tier wird die Sprache des Kindes gefördert und soziale Kompetenzen gesteigert. Hierbei eignet sich gerade der Hund als tierischer Mitarbeiter, da er seit vielen Generationen mit dem Menschen zusammenlebt und sich in fast alle Bereiche der pädagogischen Arbeit integrieren lässt.
Einer der für mich prägnantesten Effekte ist die Steigerung des Selbstwertes und des
Selbstbewusstseins der Kinder, die mit dem Hund arbeiten – die ihm erfolgreich ein Kommando vermitteln, ein Leckerchen geben oder ihn sogar an der Leine führen können. Zudem begegnet man in unserem Alltag immer wieder Hunden. Diese lesen und verstehen zu können, schafft Sicherheit und reduziert Ängste.
Dies sind nur einige wenige Aspekte, welche Vorteile die Arbeit mit dem Hund mit sich
bringt, während er schon allein durch seine Anwesenheit positive Auswirkungen auf
den Blutdruck hat und den Stresspegel der Anwesenden senkt.
Tayo speziell dient den Kindern auch als Vorbild – er erkundet die Umwelt mit Ihnen, bleibt aber stets in Sichtweite. Er ist vorsichtig im Umgang mit anderen Lebewesen, fürsorglich, vertraut mir und hört auf mich. Und hört er mal nicht, können die Kinder erfahren, dass sie auch wertgeschätzt und lieb gehabt werden, wenn sie sich nicht perfekt benehmen.
Hierbei ist er einfach „echt“ und spiegelt uns wieder – sodass auch die Selbstwahrnehmung und Empathie der Kinder geschult wird.
Doch warum ist dies einer besonderen Erwähnung wert?
Der Einsatz von Tieren nimmt gerade rapide zu und ist quasi „voll im Trend“. Damit geht nicht nur ein Vorteil für die Personen einher, mit denen Tiergestützt gearbeitet wird. Auch wenn die Zahl an Unfällen bisher überschaubar ist, bringt der Einsatz von Tieren ein Risiko mit sich. Um dieses zu minimieren, ist es wichtig, dass die Personen, die mit Tieren arbeiten, wissen was sie tun.
Eine fortgebildete Fachkraft im tiergestützten Bereich ist sensibilisiert für die Bedürfnisse und die Körpersprache ihrer tierischen Mitarbeiter. Sie kennen ihre Tiere können sie "lesen", um Gefahren vorzubeugen. Gleichzeitig geht es hierbei darum, die verschiedenen Effekte des Tieres auch nutzen zu können, ohne dass das Tier aktiv und dem Kind "präsentiert" ist, und dennoch präsent wirkt.
Die Eingewöhnung
Die Eingewöhnungszeit ist eine wichtige Veränderung, die Ihr Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Leben lang bei jeder weiteren, großen Veränderung in seinem Leben beeinflussen wird. Daher ist es mir ein großes Anliegen, dass diese sehr behutsam, in steter Absprache mit Ihnen und stets mit dem Fokus auf Ihr Kind, verläuft. Zur Eingewöhnung nutze ich das Berliner Modell, ein sanftes Eingewöhnungsmodell, das sich bereits in vielen Kindertageseinrichtungen bewährt hat. Planen Sie für die Eingewöhnungszeit bitte ausreichend Zeit ein. In der Regel dauert die Eingewöhnung ein bis ca. drei Wochen, in manchen Fällen benötigt Ihr Kind auch mehr Zeit.
Die Eingewöhnung beginnt prinzipiell damit, dass Sie als Eltern sich über die KTP informieren, Abläufe, vor allem zur Eingewöhnung, kennen lernen und Fragen stellen. Auch ich werde Ihnen Fragen zu den Gewohnheiten Ihres Kindes stellen. Denn wenn Sie sich dabei wohl fühlen, fällt Ihrem Kind die Eingewöhnung gleich viel leichter.
In den ersten drei Tagen der Eingewöhnung begleiten Sie ihr Kind in die KTP, während ich spielerisch erste Kontakte zu Ihrem Kind aufnehme. Sie als Bezugsperson halten sich als „sicherer Hafen“ im Hintergrund und übernehmen weiterhin die Pflege, wie zum Beispiel das Wickeln. Am vierten Tag findet ein erster Trennungsversuch statt. Sie verlassen nach einer kurzen Verabschiedung, die für Ihr Kind ganz wichtig ist, den Raum für wenige Minuten. Je nach dem wie die erste Trennung verläuft, lässt sich häufig schon der weitere Verlauf der Eingewöhnung ableiten.
Diese Zeiten der Trennung werden im Verlauf dann immer weiter ausgedehnt. Sobald sich Ihr Kind von mir trösten, wickeln, füttern und waschen lässt und mich damit als Bezugsperson akzeptiert und sich frei im Raum bewegt, gilt die Eingewöhnung als abgeschlossen. Dennoch darf Ihr Kind weinen, wenn Sie den Raum verlassen oder zurück kommen.
Die Zeit der Eingewöhnung ist eine sehr emotionale Zeit für Ihr Kind – und vermutlich auch für Sie. Um diesen Übergang für Ihr Kind so leicht wie möglich zu gestalten, ist es mir wichtig, dass sie täglich zu einer festen Zeit zu mir kommen. Diese Regelmäßigkeit wird Ihrem Kind die nötige Sicherheit geben, die es in der neuen und fremden Situation benötigt. Sollten Sie Fragen oder Sorgen haben, wenden Sie sich damit gerne an mich. Die Eingewöhnung benötigt eine intensive Begleitung des Kindes, und geht auch an uns Eltern in der Regel nicht spurlos vorbei. Fühlen Sie selbst sich hierbei nicht wohl, wirkt sich dies durchaus auf Ihr Kind aus, daher – „nerven“ Sie lieber einmal mehr mit einer Frage oder der Bitte um einen kurzen Anruf, wenn Ihr Kind sich beruhigt hat, wenn es Ihnen Sicherheit gibt.
Dies ist nur ein Auszug aus meinem Konzept
.... da das komplette Konzept den Rahmen einer informativen Website sprengen würde, habe ich hier nur den pädagogischen Teil eingefügt. Sollten Sie Fragen zu weiteren Bereichen haben, kommen Sie gerne auf mich zu. Gerade Aspekte wie Tagesablauf, Ernährung und feste Rituale und Regeln passen sich ja doch des öfteren an, je nach Gruppenkonstellation.